Nachhilfe für die Bildung

Krenglbach hat eine neue Schule, die Ferien stehen vor der Tür und somit ist ein guter Moment über Bildung und Ausbildung zu sprechen. Das Bildungssystem hat ja einen gewissen Wandel durchgemacht in der letzten Zeit, die Grundeinstellungen zur Ausbildung sind aber, wenn man mit den Menschen spricht, gleich geblieben. Noch immer herrscht die Tendenz „Wenn du die Schule nicht schaffts, machst du eben eine Lehre“. Meiner Meinung nach, und damit stehe ich zum Glück nicht alleine da, der falsche Weg. Ich habe in meiner Tätigkeit brillante Köpfe kennen gelernt, die ihre Karriere erst dank Lehre verwirklichen konnten, genauso wie Leute, die zwei akademische Titel haben und wirklichen Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt begegnen. Die Frage die wir uns stellen müssten wäre – warum nicht beides?

Wenn jemand im Alter von 15 Jahren einen Beruf erlernen möchte, sich so weit in seinen Talenten und Interessen gefestigt fühlt, diesen Schritt zu gehen – denn darin sollte die Motivation liegen, nicht im Scheitern in der Schule, warum soll für sie oder ihn dann nach der Lehre, Gesellen- und später vielleicht Meisterprüfung, der Weg in ein Studium nicht offen sein? Es wäre die beste Möglichkeit das eigene Können noch weiter zu vertiefen und mit einem Praxiswissen, dass heutige Akademiker nach dem Abschluss nur sehr selten haben, aktiv am akademischen Diskurs teilzunehmen. Auch der Weg in die Forschung sollte möglich sein aus der Praxis. Tatsächlich ist der Zugang zum Studium für alle offen, die eine sogenannte Studienberechtigungsprüfung ablegen. Dies Möglichkeit ist aber bei weitem nicht allen bekannt – ich kenne Leute, die haben zunächst ihre Matura nachgeholt um dann zu inskribieren, Jahre die sie sich sparen hätten können, da die entsprechenden Lehrgänge auf den Universitäten meist deutlich kürzer sind.

Die Motivation sein Studium abzuschließen ist für „spät berufene“ in den meisten Fällen wesentlich höher als für manch anderen Studenten, der eben studiert, weil es der logische Weg nach der AHS war. Auch hier ist Handlungsbedarf gegeben. Warum gibt es kein adäquates Lehrmodell für Leute, die erst nach der Matura einen Beruf erlernen wollen? Viele junge Menschen wissen mit 15 wirklich noch nicht, was sie gerne werden möchten. In Deutschland ist dies übrigens nicht so unüblich wie hierzulande. In Österreich würden wir einen Bildungsweg benötigen, der keine Mauern in die Straßen der Ausbildung baut. Heute Lehre und in ein paar Jahren dann studieren, sollte genauso normal sein wie, zuerst die Matura abzulegen und dann vielleicht einen Beruf zu erlernen. Es wäre auch auf Seiten der Universitäten ein besseres Angebot für Berufs begleitende Studien erforderlich. Momentan böten sich hier Fernstudien an, die Fern-Uni Hagen in Deutschland erlaubt in vielen Fällen, die Prüfungen in Linz abzulegen und arbeitet auch sonst sehr stark mit der Johannes Kepler Universität zusammen.

Die Berufsbildenden höheren Schulen habe ich jetzt noch ausgelassen – diese bieten ja im Prinzip, wenn sie mit einer Matura abschließen schon eine Möglichkeit, den gelernten Beruf anschließend mit einem Studium zu vertiefen – der Unterschied zur Lehre ist, dass hier kein Einkommen vorhanden ist und die persönliche wirtschaftliche Situation nicht immer 5 weitere Jahre Schule ermöglichen – aber zumindest läuft der oder die Auszubildende nicht in eine scheinbare Sackgasse.

Wichtig ist in jedem Fall die jungen Menschen zu unterstützen und sie nicht irgendwo hineinzupressen – jeder muss seinen Weg gehen.

Apropos Weg – am 15. August veranstaltet der Wirtschaftsbund Krenglbach gemeinsam mit der ÖVP ein Event, dass es so in Krenglbach noch nicht gegeben hat – Swing´n´Jazz – der Frühschoppen für die verwöhnten Ohren. Es würde mich freuen wenn Ihr Weg sie dort hinführt. Mehr dazu in der Aussendung die Sie demnächst erhalten.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Sommer, schönen Urlaub und sollte es in Ihrem Betrieb eines geben, ein wirtschaftlich kurzes Sommerloch!

 

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